Wer 55 Jahre alt ist, sollte sich zur Vorsorge einmal spiegeln lassen; die meisten Patienten aber scheuen sich davor, weil sie gruselige Vorstellungen von der Koloskopie haben. Nicht anders geht es
jüngeren Patienten, die sich aus anderen Gründen untersuchen lassen müssten; bis z. B. eine chronischen entzündlichen Darmerkrankung diagnostiziert wird (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa),
vergehen immer noch fast zwei Jahre nach Symptomenbeginn.
Für alle Betroffenen gab es schon vor längerer Zeit gute Nachrichten: Es gibt ein sehr gutes Kurzbetäubungsmittel, unter dem man von der Spiegelung gar nichts mitbekommt, und das prima vertragen
wird! Man braucht keine Narkose mit Beatmung, sondern nur eine kleine Spritze; ich freue mich immer noch über den Streit, den unser Gastroenterologe neuich nit einer Patientin hatte, die
schwor, er habe sie gar nicht untersucht. Dabei war er längst fertig! Das Mittel Propofol verursacht eine "Erinnerungslücke", die das, was man evtl. unterbewusst vom Eingriff mitbekommen hat, in
Vergessenheit geraten lässt.
Jetzt gibt es weitere gute Nachrichten: Es ist nicht mehr nötig, drei Tage vor der Untersuchung zu hungern, und am Tag davor vier Liter eklig schmeckende Flüssigkeit zu trinken! Man hat das übliche
Abführmittel mit Vitamin C versetzt; dadurch schmeckt es besser und führt auch besser ab. Man muss nur noch am Tag der Untersuchung und am Abend davor einen Liter davon trinken. Zudem darf
man bis zum Mittag des Vortages ganz normal essen (Nur keine Körner, damit wird der Darm nicht so schnell fertig).
Jetzt gibt es wirklich keinen Grund mehr, sich vor nötigen Darmspiegelungen zu drücken, oder?
von Dr. Frauke Höllering
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