Montag, 10. märz 2008
Wer 55 Jahre alt ist, sollte sich zur Vorsorge einmal spiegeln lassen; die meisten Patienten aber scheuen sich davor, weil sie gruselige Vorstellungen von der Koloskopie haben. Nicht anders geht es jüngeren Patienten, die sich aus anderen Gründen untersuchen lassen müssten; bis z. B. eine chronischen entzündlichen Darmerkrankung diagnostiziert wird (wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa), vergehen immer noch fast zwei Jahre nach Symptomenbeginn.

Für alle Betroffenen gab es schon vor längerer Zeit gute Nachrichten: Es gibt ein sehr gutes Kurzbetäubungsmittel, unter dem man von der Spiegelung gar nichts mitbekommt, und das prima vertragen wird! Man braucht keine Narkose mit Beatmung, sondern nur eine kleine Spritze;  ich freue mich immer noch über den Streit, den unser Gastroenterologe neuich nit einer Patientin hatte, die schwor, er habe sie gar nicht untersucht. Dabei war er längst fertig! Das Mittel Propofol verursacht eine "Erinnerungslücke", die das, was man evtl. unterbewusst vom Eingriff mitbekommen hat, in Vergessenheit geraten lässt.

Jetzt gibt es weitere gute Nachrichten: Es ist nicht mehr nötig, drei Tage vor der Untersuchung zu hungern, und am Tag davor vier Liter eklig schmeckende Flüssigkeit zu trinken! Man hat das übliche Abführmittel mit Vitamin C versetzt; dadurch schmeckt es besser und führt auch besser ab. Man muss nur noch am Tag  der Untersuchung und am Abend davor einen Liter davon trinken. Zudem darf man  bis zum Mittag des Vortages ganz normal essen (Nur keine Körner, damit wird der Darm nicht  so schnell fertig).

Jetzt gibt es wirklich keinen Grund mehr, sich vor nötigen Darmspiegelungen zu drücken, oder?
von Dr. Frauke Höllering Community: Gesundheit
Kommentar hinzufügen Kommentare (3)    Trackback erstellen empfehlen

Kommentare

Ja super, das kann ich prima an meine "Drückeberger" weitergeben!

lg, nicole
Kommentarnr.: 1 Gepostet von: équilibriste (Website) am: 10/03/2008 15:47:28
Denn mal los!
Antwort von: Dr. Frauke Höllering (Website) am: 10/03/2008 19:29:15
Hallo und schöne Grüße mal wieder von eine "Fachschwester für Endoskopie" ;) ;) ;).

Ich stimme ihnen mal wieder zu, die meisten Patienten kommen mit fürchterlicher Angst, sie haben ja schon soviel gehört.., dieses Abführen soll ja so schrecklich sein e.c.

Das Präparat mit den 2l haben wir auch schon getestet, bei manchen Pat. hat es gut geklappt, bei manchen leider gar nicht.

Wir verwenden kein Propofol, sondern Dormicum, damit sind die meisten auch zufrieden.

Viele Patienten haben auch einfach Hemmungen wegen dieser Untersuchung, wir machen deshalb die Untersuchungsräume schön dunkel, ganz gedämpftes Licht und die Pat. dürfen sich selbstverständlich zudecken. Aber in manchen Praxen müssen da wirklich Zustände herrschen, ich hab da schon viel Schlimmes von Patienten gehört.

Darf ich fragen, ob sie ihre Patienten auf die Möglichkeit einer Vorsorge hinweisen? Hier in der Gegend gibt es leider ein paar Hausärzte und Gynäkologen, die Patienten abraten, und immer noch der Meinung sind, ein Hämoculttest würde ausreichen :(.
Kommentarnr.: 2 Gepostet von: puenzel74 am: 10/03/2008 18:50:24
Natürlich weise ich meine Patienten auf die Möglichkeit hin! Es ist beeindruckend, wie viele Polypen schon unter ihnen gefunden wurden, die "nicht mehr ganz in Ordnung" waren und sicher nach ein bis drei Jahren gefährlich geworden wären. Das motiviert mich erst Recht, die Untersuchung anzuraten.
Antwort von: Dr. Frauke Höllering (Website) am: 10/03/2008 19:28:57
Hallo Fr. Dr. Höllering,

Propofol ist beileibe nicht dazu gedacht, "Erinnerungslücken" herbei zu führen und hat in der Endoskopie als Hypnotikum nichts ohne Anästhesisten zu suchen.... wir werden häufiger bei Überdosierungen zur Intubation gerufen - selbst Ketanest/Dormicum gehört nicht in die Hände von Assistenzpersonal, sondern nur in die von Narkose erfahrenen Personal (Anästhesisten / Fachkrankenpflegepersonal A&I).

Gruss
Der Anästhesist
Kommentarnr.: 3 Gepostet von: anästhesie (Website) am: 30/03/2008 15:41:15
Hallo,

Propofol wird bei uns am Klinikum angewandt mit erfahrenen Anaesthesisten "next door". Dormicum wird von entsprechend weitergebildeten Ärzten benutzt; so sind unsere Internisten auch Rettungsärzte, die entsprechende Erfahrung haben.
Gruß zurück!
Antwort von: Dr. Frauke Höllering (Website) am: 30/03/2008 19:08:05

Trackbacks

Keine Trackbacks zu diesem Artikel

Über diesen Blog

Kalender

Mai 2008
M D M D F S S
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  
<< < > >>

Freitext

 

Social Bookmarking



     Bookmark bei: Webnews
         Bookmark bei: Yahoo
         Bookmark bei: Technorati
        
 
blog d'actualité sur de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden