Es ist schwer für einen Laien, die Qualifikation eines Arztes einzuschätzen. Wenn man Umfragen glaubt, suchen sich die meisten Patienten ihre Hausarztpraxis nach der Freundlichkeit ihrer
Helferinnen aus! Ein Grund mehr übrigens, diese besonders sorgfältig auszuwählen.
Es gibt aber einen Hinweis auf die Ausbildung der Hausärzte, wenn man schaut, was unter ihren Namen auf dem Praxisschild steht.
Seit einigen Jahren darf sich nur noch als Hausarzt niederlassen, wer die Prüfung zum "Arzt für Allgemeinmedizin" gemacht hat. Das bedeutet: 4 Jahre Facharztausbildung in Innerer Medizin, Chirurgie
und einem Wahlfach, dazu mindestens ein halbes Jahr Assistentenzeit in einer alllgemeinärztlichen Praxis. Dann folgt eine Prüfung; für mich war sie eine der schwersten, die ich je absolviert habe!
Danach aber ist man für die Hausarzttätigkeit gut gerüstet.
2007 wurde eine neue Hausarzt- Qualifikation geschaffen: Der "Arzt für Innere- und Allgemeinmedizin". Diese Weiterbildung dauert 5 Jahre, zwei müssen in einer qualifizierten Praxis
abgeleistet werden, auch danach kommt eine Prüfung. Leider herrscht noch Uneinigkeit in der Politik darüber, ob man diese besonders hochwertige Ausbildung nun will oder nicht. Darum darf, wer
den Titel erworben hat, ihn noch nicht aufs Praxisschild schreiben! Schade... Ich habe ihn, aber auch ich darf ihn nicht führen. Ich warte darauf, bis man mir das endlich "offiziell gestattet".
Auf manchen Schildern kann man noch die Bezeichnung "praktischer Arzt" lesen. Die Praxisinhaber erhalten diese Bezeichnung, wenn sie nach Studienende 18 Monate ärztlich tätig waren. Dabei ist es
egal, wo das war; es kann also sein, dass der Doktor nach 1 1/2 Jahren Röntgenmedizin Hausarzt geworden ist, ohne je Assistenzarzt auf einer inneren oder chirurgischen Abteilung im Krankenhaus
gewesen zu sein. Natürlich gibt es auch Ärzte, die sehr viel länger vor ihrer Niederlassung in Krankenhäusern gearbeitet haben, aber die Pflichtweiterbildung in Innerer und Chirurgie. oder die
Facharztprüfung nicht absolviert haben.
Die geringste Qualifikation hat derjenige, der nur "Arzt" auf dem Schild stehen hat. Nur ein halbes Klinikjahr (egal, wo) brauchte man früher, bevor man sich mit dieser Bezeichnung
niederließ. Manche haben natürlich nach der Niederlassung noch an ihrerFortbildung gearbeitet, aber dennoch bleibt der Makel einer sehr "mickerigen" Grundausbildung....
Heute bekommt nur noch der eine Zulassung, der eine Facharztausbildung in Allgemeinmedizin oder Innere- und Allgemeinmedizin hat. Das sollte unseren Patientinnen und Patienten ein gutes Gefühl
geben! Ihre Hausärzte sind Fachärzte; genau wie ihre Spezialisten.
Ich fände es auch schade, wenn Sie den Blog aufgeben würden. Aber auf Kosten Ihres Privatlebens sollen Sie die online-Arbeit nun auch nicht machen :)
Nee, Privatleben muss sein ;-))