Montag, 21. januar 2008
Bald ist es wieder soweit: Dann bietet unsere Praxis einen Ausbildungsplatz  für medizinische Fachangestellte an.

Gefühlsmäßig schwanke ich zwischen Vorfreude und Angst vor Enttäuschung. Wie immer werden wir den Ausbildungsplatz der Agentur für Arbeit melden, die uns ca 10 Vorschläge machen wird. Es werden sich (wie immer) 6 bis 7 Mädchen gar nicht erst melden. 2- 3 werden unterirdische Zeugnisse einreichen, und vielleicht eine werden wir einladen können. Darum inserieren wir auch dieses Mal wieder. Dann werden weitere zehn Bewerbungen hinzukommen, zusätzlich zu denen, die sich bei uns auf "gut Glück" bewerben. Mit drei bis 5 von ihnen werden wir sprechen.

Was erwarten wir?  Nette, offene  Menschen, die  ein echtes Interesse an Medizin und ihren Mitmenschen haben. Sie sollten engagiert und fit genug sein, nicht  ungezählte Fehltage und Vieren bzw. Fünfen auf ihren Zeugnissen zu haben. Auch Hauptschülerinnen laden wir ein, wenn sie gute Noten und eine ansprechende Bewerbung vorweisen können. 

Was finden wir?  Mädchen, denen es egal ist, ob sie bei uns sind oder Verkäuferin lernen; wie sollen wir denen unsere Patienten anvertrauen? Mädchen mit Piercings, die unsere alten Leute erschrecken, oder bauchfreien Tops, die sich in einer Praxis einfach nicht gehören. Ungewaschene Haare, Scheißegal- Einstellung, übergroße Schüchternheit. Meist nur eine von Fünfen kann unsere regelmäßig gestellte Frage beantworten: "Wenn drei Säcke Kartoffeln 12 € kosten, was kosten dann vier Säcke?". Warum wir nach einem simplen Dreisatz fragen? Weil unser Team auch ein bisschen rechnen könenn muss! Warum können oft selbst Realschülerinnen diese Frage nicht beantworten???

Arzthelferin bzw. medizinische Fachangestellte ist ein höchst anspruchsvoller Beruf, der leider  zu schlecht bezahlt wird  (wenn bei uns auch etwas über Tarif).  Man  muss clever sein, warmherzig,  fleißig, menschenfreundlich, geschickt, widerstandsfähig und ein Organisationstalent mit einem Faible für  Medizin. Außerdem hat man ungünstige Arbeitszeiten. Dafür eine echt erfüllende Aufgabe, die viel Freude bringen kann.

Darum hoffe ich, dass wir auch diesmal wieder Glück  haben! Bisher haben wir immer jemanden gefunden, die obige Anforderungen erfüllt; dafür ist unser Praxisteam dankbar, und die Patienten freuen sich auch. Ich bin gespannt; im März geht es los!
von Dr. Frauke Höllering - Community: Gesundheit
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  • : Dr. Frauke Höllering
  • medizin
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  • : 9.11.1958
  • : Lesen reisen Spaß Golf Börse
  • : Ich habe eine Gemeinschaftspraxis in einer sauerländischen Kleinstadt, in der ich wirklich gerne arbeite. Das aber nur in der Hälfte meiner Zeit. In der anderen Hälfte schreibe ich (z. B. in der "Neuen Welt" oder bei Focus online).

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