Samstag, 19. januar 2008
Es ist verständlich, dass viele Patienten zunächst versuchen, Befindlichkeitsstörungen mit Mitteln aus der Hausapotheke zu kurieren, bevor sie zehn Euro bezahlen, um sich in ein volles Wartezimmer zu setzen.

Allerdings staune ich, wieviel Geld für Mittelchen aus der Apotheke so ausgegeben wird: Meist wird übermäßig viel und übermäßig teuer eingekauft!

Wenn ich eine lästige Erkältung habe, kaufe ich mir ASS 500, das hervorragend gegen Kopf- und Gliederschmerzen hilft, oder (wenn mein Magen ASS derzeit nicht verträgt), Paracetamol 500. Beides kostet nur knappe 2 €. Dazu ein Nasenspray für 4,50 €, und das reicht fast immer. Warum soll ich für sogenannte "Grippemittel", die neben den o. a. Schmerzmitteln nur noch Vitaminchen, Koffein, etc. beinhalten, ein Zigfaches bezahlen? Da trinke ich lieber einen Kaffee oder esse eine Orange! Warum soll ich Lutschtabletten kaufen? Wenn ich Halsschmerzen habe, mag ich nicht schlucken! Die Dinger helfen auch gar nicht. Warum empfiehlt man mir Hustenlöser? Ist kein Schleim da, kann ich auch nichts lösen, kommt viel Schleim heraus, wird es durch den Löser (wenn er überhaupt hilft) noch mehr. Nein danke! Nur in dem (seltenen) Fall, dass zäher Schleim meine Atmung behindert, nehme ich ein paar Pinienölkapseln. Lästig ist ein trockener Reizhusten, der einen nicht schlafen lässt. Nur für diesem Fall greife ich tief ins Portemonnaie für einen Hustenblocker. Aber der ist verschreibungspflichtig; außerdem sollte man vor Gebrauch einmal die Lunge abgehört haben. 

Das Problem: Der beratende Apothekler verdient natürlich umso mehr, je mehr er anpreist... Wenn Ärzte beraten, ist das völlig unabhängig. Dennoch werde ich sauer, wenn Leute mit Wick Medinait aus der Apotheke kommen (Alkohol,. Schmerzmittel, Hustenblocker), dazu ACC (Schleimlöser), Sinupret (noch ein Schleimlöser; meinen Sie denn im Ernst dass es Schleimlöser gibt, die wissen, ob sie in den Bronchien oder Nebenhöhlen wirken sollen? Die wirken alle überall!)  und vielleicht noch einem Vitaminpräparat. Für diese Tagenstherapiekosten könnte ich einen herzkranken, rheumatischen Diabetiker über die Runden bringen!

Mein Tipp: Lieber mal eher den Arzt fragen, wenn der Apotheker zu üppig verkaufen will.
von Dr. Frauke Höllering Community: Gesundheit
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  • : Dr. Frauke Höllering
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  • : Ich habe eine Gemeinschaftspraxis in einer sauerländischen Kleinstadt, in der ich wirklich gerne arbeite. Das aber nur in der Hälfte meiner Zeit. In der anderen Hälfte schreibe ich (z. B. in der "Neuen Welt" oder bei Focus online).

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