Dienstag, 15. januar 2008
Gestern saß ich mit vielen Ärzten in einem Vortrag, in dem es um die neue Gebührenordnung ging. Wieder einmal wurde mir Angst und Bange; es gibt immer mehr Ältere und Kranke, Diabetes und Bluthochdruck rollen als wachsende Riesenlawine auf unsere Bevölkerung zu, aber es gibt kaum Geld in den Kassen, um alle angemessen zu versorgen. Immer weniger immer ältere Ärzte versuchen das für immer weniger Geld.

Natürlich aber kann man auch die  Krankenkassenbeiträge nicht endlos erhöhen! Schon jetzt sind sie  für manche  nur schwer zu bezahlen. Wussten Sie, dass viele privatversicherte  Ältere Monatsbeiträge von 1000 € zu schultern haben? Bei den Privatversicherten ist die Obergrenze der Beiträge nämlich nicht gedeckelt wie bei den gesetzlichen Krankenkassen. Bald aber gibt es auch bei allen privaten Kassen eine "Basisversicherung", die soviel kostet und bietet wie eine gesetzliche Kasse; in die werden viele sich retten.

Wer jung und recht gesund ist, kann bei seiner gesetzlichen Kasse eine Tarif mit Kostenerstattung wählen. Nimmt man ein Jahr lang keinen Arzt in Anspruch (außer Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen),  bekommt man zwischen 50  und 400  € im Jahr zurück. Das klingt gut, oder?

Allerdings habe ich als Ärztin einige Sorgen. ich fürchte, dass viele den Arztbesuch umgehen, selbst wenn er nötig sein sollte, um die Rückerstattung nicht zu gefährden. Darum habe ich einen Tipp für Sie: Haben Sie einen solchen Tarif und sind krank, können Sie die nötige Untersuchung beim Arzt privat abrechnen lassen. Das kostet ca 30 €, die Sie dann selber bezahlen sollten. Dann haben Sie Ihre Gesundheit nicht gefährdet und bekommen am Jahresende immer noch eine Rückerstattung.

Wer regelmäßig seine Vorsorgeuntersuchungen (Check Up ab 35. Lebensjahr) wahrnimmt, kann umso besser die Weichen für ein gesundes Leben stellen. Aber Achtung: Wenn im Rahmen des Checks Krankheiten gefunden werden, die weitere Untersuchungen oder auch nur eine besondere Beratung erfordern, gilt das nicht mehr als reine Vorsorge und wird dem Patienten berechnet. Auch Ihre Fragen, die über den Check hinausgehen wie: "Mit welchem Puls soll ich eigentlich im Studio trainieren?"  müssen außerhalb des Checks berechnet werden. Das ist übrigens der Grund, warum viele Haus- und Frauenärzte für den Check die 10 € Praxisgebühr nehmen, obgleich die Vorsorge das nicht erfordert: Fast kein Patient beschränkt sich auf das bisschen, das die reinen Vorsorgeuntersuchungen vorgeben. Sobald über Krankheiten gesprochen wird, zieht die Krankenkasse die 10 € ein vom Doktor ein.
von Dr. Frauke Höllering Community: Gesundheit
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  • : Dr. Frauke Höllering
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  • : Ich habe eine Gemeinschaftspraxis in einer sauerländischen Kleinstadt, in der ich wirklich gerne arbeite. Das aber nur in der Hälfte meiner Zeit. In der anderen Hälfte schreibe ich (z. B. in der "Neuen Welt" oder bei Focus online).

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