Freitag, 21. dezember 2007
Gestern war ich im Notdienst im Pflegeheim, um eine Todesfestsellung zu machen, und hatte wieder einmal die Gelegenheit, über das Leben einiger Patienten dort nachzudenken.
Da gibt es Menschen, die seit zehn Jahren dort "leben", ernährt durch eine Magensonde, mit Urinkatheter versorgt, einige auch noch mit künstlichem Darmausgang. Die Glücklichen von ihnen sind
geistig verwirrt und hoffentlich in ihren Träumen in einer besseren Welt. Andere aber sind klar im Kopf und verbringen ihre Tage mit Was- auch- immer.
Wie wird es mir gelingen zu verhindern, dass man mir eine Magensonde legt, wenn ich so alt und krank bin? Ob man mein Patiententestament anerkennt? Seitdem man diese Sonden durch die Bauchdecke
direkt in den Magen lebt, kann man viele Jahre dadurch ernährt werden. Will ich das vielleicht doch haben, wenn ich so alt bin? Das kann ich mir ncht vorstellen! Möchte einer der Ärztinnen und
Ärzte, die diese Sonden legen, selber eine haben, wenn sie in dieser Lage sind? Oder möchten sie in Frieden sterben, wenn absehbar ist, dass sie nie wieder alleine essen, laufen, denken, leben
können?
Die sehr alte Dame, die gestern sanft entschlafen ist, hat sich selber das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht.
Sie solten ein Patiententestament machen!
von Dr. Frauke Höllering
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