Freitag, 14. dezember 2007
Die Nachricht erschüttert: im Umkreis von Kernkraftanlagen ist die Zahl kindlicher Leukämien deutlich erhöht. bei Krümmel hat man es schon vermutet, jetzt hat ein eneue Studie (KiKK) den
Verdacht bestätigt. Auch aus anderen Ländern meldet man Ähnliches, z. B. aus Sellafield (GB), La Hague (F) und Dounreay (SC). US- Wissenschaftler haben jetzt in einer Metaanalyse viele
Studien zusammengefasst. Das Ergebnis: Die Gefahr, an Leukämie zu erkranken, ist bei Kindern bis zu 9 Jahren in der Nähe von Nuklearanlagen um 21 bis 25 % erhöht, ihr Mortalitätsrisiko steigt um 5
bis 6 %. (Dt. Ärzteblatt Nr 50 von heute, S. 3462).
Das Verwirrende: Die natürliche radioaktive Strahlung in Deutschland beträgt im Schnitt ca. 1,4 mSv. In der Nähe deutscher Kraftwerke ist sie um den Faktor 1000 bis 100.000 niedriger (im der
"gesunden Gebirgsluft" ist sie z. B. um ein Vielfaches höher).
Nicht nur ich frage mich, warum dennoch diese armen Kinder in der Umgebung von Kernkraftwerken so gefährdet sind; wenn es die Radioaktivität nicht ist, was ist es dann? Vielleicht die starken
elektromagnetischen Felder der umgebenden Hochspannungsleitungen?
Es sind noch viele Untersuchungen nötig. Bis zur Aufklärung sollte man in mindestens 5, besser 10 km Abstand von einem Atomkraftwerk leben.
von Dr. Frauke Höllering
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