Samstag, 8. dezember 2007
2008 gibt es wieder mal eine neue ärztliche Gebührenordnung. Die gesetzlichen Krankenkassen werden den Hausärzten fast nur noch Pauschalen bezahlen. Das bedeutet im Klartext: Ob
Sie einmal im Quartal kommen oder zigfach, ob Sie nur einen kurzen Rat brauchen oder viele lange Gespräche, Untersuchungen und EKGs, der Doktor bekommt immer nur die gleiche
(nicht üppige) Summe.
Was das bedeutet, liegt auf der Hand: Es wird kein Arzt Interesse daran haben, jemanden intensiv zu beraten, zu untersuchen oder z. B. mit EKG oder Lungenfunktionstest
weiter zu diagnostizieren, wenn nicht unbedingt nötig.
Aber: Ärzte sind ja unentgeltliches Arbeiten gewohnt, wir arbeiten ja immer die letzten Quartalswochen umsonst, wenn unser Budget erfüllt ist. Insofern bleibt zu hoffen, dass unsere ethischen
Vorstellungen uns davon abhalten, Minimalmedizin zu betreiben. Inwieweit wir das mit den lächerlich kleinen Pauschalen hinkriegen, wird man sehen. Ich fürchte, dass wieder einige
Arzthelferinnen ihren Job verlieren und die medizinische Versorgung noch schlechter wird.
Der Hausarzt, eigentlich geschätzt vom Patienten und gewollt von der Regierung, wird hier einmal mehr eingeschränkt. Schlecht, wenn er damit reagiert, nur noch Überweisungen zu schreiben; das geht
ja am schnellsten!
Ich bin gespannt, ob ich meine technisch und personell gut ausgestattete Praxis unter den neuen Bedingungen noch weiter betreiben kann, oder auch zum "billigen Jakob" mit Stethoskop um den Hals und
Überweisungsmappe in der Tasche werde. Falls das droht, werde ich auswandern.
von Dr. Frauke Höllering
0
Trackback erstellen
empfehlen
Voir tous les articles