Dienstag, 4. märz 2008
Hunderte von Malen höre ich in Herbst und Winter die Klage: "Mich hat die Grippe erwischt!". Wenn das jemand in meinem Sprechzimmer sagt, weiß ich schon, dass es nicht stimmt. Die echte Grippe
nämlich, auch "Influenza" genannt, wirft einen so von den Füßen, dass man es gar nicht mehr in die Praxis schafft.
Die Patienten, welche unter Schnupfen, Halskratzen, Husten und leicht erhöhter Temperatur leiden, haben einen "grippalen Infekt". Verursacher sind harmlose, aber lästige Viren, von denen es Hunderte verschiedener gibt. Sie ärgern einen, wie schon unsere Großmütter wussten, "mit Arzt eine Woche und ohne Arzt sieben Tage lang". Antibiotika sind dagegen wirkungslos, die "Grippemittel" aus der Apotheke lindern höchstens die Symptome. Billiger (und genauso gut) kann man sich helfen, wenn man sich ein paar einfache Kopfschmerztabletten (ASS oder Paracetamol) und evtl. Nasentropfen besorgt und sich ein paar Tage im Bett ausruht.
Die echte Grippe ist schon eine ganz andere Herausforderung, die jährlich im Schnitt zehn- bis fünfzehntausend Tote fordert. Typisch für sie ist der schlagartige Beginn aus voller Gesundheit heraus: Erst fühlte man sich pudelwohl, und zwei Stunden später schwer krank (ein grippaler Infekt hingegen entwickelt sich langsam über ein bis zwei Tage). Typisch sind starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen und hohes Fieber. Schnupfen und Husten müssen nicht unbedingt dabei sein, können es aber.
Wer den Verdacht auf eine echte Grippe hat, sollte sich nicht scheuen, den Hausarzt ans Krankenbett zu holen! Es gibt Tabletten, die den Krankheitsverlauf dramatisch bessern können, wenn man sie innerhalb von 48 Stunden nimmt. Antibiotika allerdings sind hier wirkungslos. Untherapiert dauert die Grippe mindestens eine Woche; bis man sich wieder richtig fit fühlt, können drei Wochen vergehen. Nicht selten bleibt ein chronisches Müdigkeitssyndrom, manchmal eine Herzmuskelschwäche.
Der Hausarzt kann auch in den Rachen schauen, um eine bakterielle Mandelentzündung auszuschließen (die braucht Antibiotika!), und die Lunge abhören, ob sich eine Lungenetzündung entwickelt. In jedfem Falle ist strikte Bettruhe während der Erkrankung angesagt.
Wer sich hat impfen lassen (das geht von September bis Januar am besten), ist zwar nicht völlig gesichert, erkrankt aber lange nicht so schwer, wenn es ihn dennoch erwischt. Weil die Influenza gerade für Ältere und chronisch Kranke lebensgefährlich sein kann, soltlen die sich jeden Herbst durch eine Impfung schützen. Aber auch, wer sich eine längere Ausfallzeit nicht leisten kann (Selbstständige, Mütter o. Ä.) ist gut beraten, sich zu schützen.
Jetzt allerdings ist es für eine Impfung zu spät. Wenn die Grippe in Ihrem Wohnort umgeht, sollten Sie größere Menschenansammlungen meiden und besonders auf Hygiene achten. Bleiben Sie gesund!
Die Patienten, welche unter Schnupfen, Halskratzen, Husten und leicht erhöhter Temperatur leiden, haben einen "grippalen Infekt". Verursacher sind harmlose, aber lästige Viren, von denen es Hunderte verschiedener gibt. Sie ärgern einen, wie schon unsere Großmütter wussten, "mit Arzt eine Woche und ohne Arzt sieben Tage lang". Antibiotika sind dagegen wirkungslos, die "Grippemittel" aus der Apotheke lindern höchstens die Symptome. Billiger (und genauso gut) kann man sich helfen, wenn man sich ein paar einfache Kopfschmerztabletten (ASS oder Paracetamol) und evtl. Nasentropfen besorgt und sich ein paar Tage im Bett ausruht.
Die echte Grippe ist schon eine ganz andere Herausforderung, die jährlich im Schnitt zehn- bis fünfzehntausend Tote fordert. Typisch für sie ist der schlagartige Beginn aus voller Gesundheit heraus: Erst fühlte man sich pudelwohl, und zwei Stunden später schwer krank (ein grippaler Infekt hingegen entwickelt sich langsam über ein bis zwei Tage). Typisch sind starke Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen und hohes Fieber. Schnupfen und Husten müssen nicht unbedingt dabei sein, können es aber.
Wer den Verdacht auf eine echte Grippe hat, sollte sich nicht scheuen, den Hausarzt ans Krankenbett zu holen! Es gibt Tabletten, die den Krankheitsverlauf dramatisch bessern können, wenn man sie innerhalb von 48 Stunden nimmt. Antibiotika allerdings sind hier wirkungslos. Untherapiert dauert die Grippe mindestens eine Woche; bis man sich wieder richtig fit fühlt, können drei Wochen vergehen. Nicht selten bleibt ein chronisches Müdigkeitssyndrom, manchmal eine Herzmuskelschwäche.
Der Hausarzt kann auch in den Rachen schauen, um eine bakterielle Mandelentzündung auszuschließen (die braucht Antibiotika!), und die Lunge abhören, ob sich eine Lungenetzündung entwickelt. In jedfem Falle ist strikte Bettruhe während der Erkrankung angesagt.
Wer sich hat impfen lassen (das geht von September bis Januar am besten), ist zwar nicht völlig gesichert, erkrankt aber lange nicht so schwer, wenn es ihn dennoch erwischt. Weil die Influenza gerade für Ältere und chronisch Kranke lebensgefährlich sein kann, soltlen die sich jeden Herbst durch eine Impfung schützen. Aber auch, wer sich eine längere Ausfallzeit nicht leisten kann (Selbstständige, Mütter o. Ä.) ist gut beraten, sich zu schützen.
Jetzt allerdings ist es für eine Impfung zu spät. Wenn die Grippe in Ihrem Wohnort umgeht, sollten Sie größere Menschenansammlungen meiden und besonders auf Hygiene achten. Bleiben Sie gesund!
von Dr. Frauke Höllering
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Gesundheit
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