Freitag, 21. dezember 2007
Gestern war ich  im Notdienst im Pflegeheim, um eine Todesfestsellung zu machen, und hatte wieder einmal die Gelegenheit, über  das Leben einiger Patienten dort nachzudenken.

Da gibt es Menschen, die seit zehn Jahren dort "leben", ernährt durch eine Magensonde, mit Urinkatheter versorgt, einige auch noch mit künstlichem Darmausgang. Die Glücklichen von ihnen sind geistig verwirrt und hoffentlich in ihren Träumen in einer besseren Welt. Andere aber sind klar im Kopf und verbringen ihre Tage mit Was- auch- immer.

Wie wird es mir gelingen zu verhindern, dass man mir eine Magensonde legt, wenn ich so alt und krank bin? Ob man mein Patiententestament anerkennt? Seitdem man diese Sonden durch die Bauchdecke direkt in den Magen lebt, kann man viele Jahre dadurch ernährt werden. Will ich das vielleicht doch haben, wenn ich so alt bin? Das kann ich mir ncht vorstellen! Möchte einer der Ärztinnen und Ärzte, die diese Sonden legen, selber eine haben, wenn sie in dieser Lage sind? Oder möchten sie in Frieden sterben, wenn absehbar ist, dass sie nie wieder alleine essen, laufen, denken, leben können?

Die sehr alte Dame, die gestern sanft entschlafen ist, hat sich selber das schönste Weihnachtsgeschenk gemacht.

Sie solten ein Patiententestament machen!

von Dr. Frauke Höllering Community: Gesundheit
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Donnerstag, 20. dezember 2007
Ab 2008, so schrieb ich schon, werden wir den "Flatrate"- Hausarzt bekommen.  Noch sind in dieser Flatrate  u. a. die Gespräche, die körperlichen Untersuchungen,  Quaddeltherapie u. Basis- Allergiediagnostik enthalten.  (Möchte  wissen, ob noch irgendein Hausarzt nach Allergenen fahndet, wenn es unbezahlt geschieht). Aber nicht nur die üblichen Gespräche sind in eine Pauschale gepresst worden (wo es ihnen wohl schlecht ergehen wird!), sondern es kommt noch viel schlimmer:

Viele von uns haben in teuren und langwierigen Fortbildungen die Zusatzqualifikation "psychosomatische Medizin" erlangt. Das bedeutet, dass wir uns besonders qualifiziert darum bemühen, den Zusammenhang zwischen Geist und Körper zu sehen und in unsere Überlegungen mit einzubeziehen. Ich habe schon öfter Patientinnen und Patienten erlebt, die eine lange Facharzt- Odyssee hinter sich hatten (ohne Psychiater allerdings), und deren Seele nie beachtet worden war.  In längeren Gesprächen konnte ich herausarbeiten, was diese Menschen wirklich quälte, und sanft und zielgerichtet behandeln. Erfolgreich.

Solche Gespräche kosten natürlich Zeit, oft eine halbe Stunde, wurden aber auch halbwegs ordentlich honoriert. Das ist nun vorbei. Jeder psychosomatisch qualifizierte Hasuarzt bekommt für JEDEN Patienten, den er im Quartal sieht, ein Zusatzhonorar von 20 Punkten (entspricht ca. 7 Cent) für diese Qualifikation, aber kein Honorar mehr für das wirklich durchgeführte Gespräch. Das bedeutet, dass er bei einem Schnitt von 1000 Patienten in 3 Monaten (das wäre schon überdurchschnittlich!) 70 € für seine psychosomatische Arbeit bekommen wird. Wow! Dafür kann er ca 1 Stunde psychosomatisch arbeiten, wenn er bescheiden ist (wir wissen ja, dass man für 70 € Stundenlohn sonst kaum Dienstleistungen bekommt, schon gar nicht z. B..von PC- Spezialisten).

Welchen beiden dieser 1000 Patienten wird der Doktor denn nun je eine halbe Stunde "opfern"? Wird er die vielen anderen nötigen Stunden umsonst erbringen? Oder wird er die Pauschalen "einstreichen" und einen großen Bogen um psychosomatische Diagnosen machen, um bloß nicht im Zeitsumpf verloren zu gehen? Stellen Sie sich mal vor, jemand braucht noch ein zweites psychologisches Gespräch! Der wirtschaftliche GAU.

Wie auch immer... Wundern Sie sich nicht, wenn Ihre Ärztinnen und Ärzte in Zukunft recht kurz angebunden und so gar nicht interessiert an Ihrer Psyche sind. Sie können sich diesen Luxus einfach nicht mehr leisten! Ob sich jetzt noch jemand überhaupt für psychosomatische Fragen extra qualifiziert? Das kostet ca 2000 € (Kursgebühr, Unterkunft etc.) und ist mit 7 Cent pro Patient... ..Na, lassen wir das, sonst werde ich depressiv.

Traurig, oder?






 
von Dr. Frauke Höllering Community: Gesundheit
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Mittwoch, 19. dezember 2007
. Die WHO hat "Gesundheit" mal als "völliges geistiges und körperliches Wohlbefinden" deklariert. Unserer Regierung suggeriert uns, dass das nicht nur erstrebenswert sei, sondern dass wir einen Anspruch darauf hätten.

Das Ergebnis:
Viele Leute lassen jedes Zwacken, jede Unregelmäßigkeit ihres Körpers vom Arzt kontrollieren. Sie nehmen sich die Freiheit, auch bei Lappalien diverse Fachärzte einzuschalten, und deren Diagnosen gern noch von einigen Fachkollegen  gegenzuprüfen, wenn  nichts Weltbewegendes gefunden wurde.  Im Extremfall wird verlangt, zum "Durchchecken" ins Krankenhaus überwiesen zu werden; dabei  bedarf man nicht der Pflege, sondern will nur all das, was auch ambulant gemacht werden kann, an einem Ort und wiederholt in Anspruch nehmen.
Wer in der Nacht unter Kopf- , Bauch- oder Zahnschmerzen leidet, holt weder Wärmeflasche noch Kühlakku, sondern den Arzt. Schließlich steht ja immer einer in Bereitschaft (dass der morgens wieder in die Praxis muss, wird gern vergessen). Wer den hausärztlichen Notdienst nicht kennt oder ihm nichts zutraut, ruft gleich Rettungswagen und Notarzt (kostet ca 1500 €) , auch wenn das Krankheitsbild das nicht erfordert. Gleichzeitig werden immer wieder Betrunkene mit dem Rettungswagen "geborgen" und "zum Entgiften" ins Krankenhaus gebracht. Sanitäter und Notärzte kennen ihre "Pappenheimer", die solche Trips mehrfach im Monat wahrnehmen.

Natürlich gibt es auch sehr viele Patienten, die verantwortungsbewusst mit den Ressourcen umgehen und nur im echten Notfall sofortige ärztliche Hilfe suchen. Aber die anderen tragen eine Teilschuld daran, dass die Krankenkassenbeiträge ständig steigen und die Ärzte ausgelaugt sind!

Während ich schreibe, habe ich einen leichten Kopfdruck, der bald von selber verschwinden wird. Ich weiß nicht, ob ich eine von 10 Frauen bin, die an Brustkrebs erkranken wird, und ob es schon heimlich losgegangen ist. Mein Rücken könnte etwas weniger verspannt sein, meine Gelenke schmerzen manchmal, und hin und wieder bin ich schlaflos. Na und? Gehört das nicht zum Leben dazu?

Wir sollten uns regelmäßig zu den vorgeschriebenen Vorsorgeuntersuchungen einfinden, aber Befindlichkeitsstörungen hinnehmen. Wir können durch Änderung der Lebensführung, mehr Sport, gesünderes Essen allerlei selber in den Griff kriegen. Wir sollten nicht aus lauter Angst vor schweren Erkrankungen krank werden; falls sie auftreten, können wir uns immer noch Gedanken machen. Ein paar Arzneimittel gegen Kopfschmerzen oder Durchfall gehören in die Hausapotheke; der Notarzt sollt enur im echten Notfall gerufen werden, damit er nicht an anderer Stelle bitter fehlt, während er mit Lappalien beschäftigt ist.

Lebensfreude, Vertrauen ins eigene Schicksal, gesunde Lebensführung und sinnvolle Vorsorge helfen, gesund zu bleiben. Krankheit kann als Aufforderung zum Innehalten gesehen werden... Man hat einfach mal Zeit, über das nachzudenken, was echt wichtig ist, und zum Ausruhen. Wir haben kein Recht auf perfektes Funktionieren unseres Körpers, und Krankheit gehört zum Leben dazu wie Schatten zum Licht!

Mein Beruf ist immer noch der schönste der Welt... Aber in Afrika zu arbeiten, war irgendwie erfüllender.





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Dienstag, 18. dezember 2007
Moin!

Ich habe meinen Medizin- Blog unter der Kategorie "Wissenschaft" eingestellt, aber das ist eigentlich nicht richtig. Für "persönlich" ist er wiederum auch ein bisschen zu medizinisch. Können wir nicht einfach eine Kategorie "Gesundheit" haben? Das ist doch auch ein viel gesuchtes Wort im Net!

Frauke
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Dienstag, 18. dezember 2007
Wussten Sie eigentlich, dass ich seit vielen Jahren bei www.focus.de kostenlosen ärztlichen Rat gebe? Wir haben dort in der Gesundheits- Rubrik Foren zu allen möglichen Medizinthemen, in denen sich die User untereinander austauschen können. In einem allgemeinen Forum und drei Spezialforen bin ich täglich unterwegs und beantworte zumindest jedes Thema einmal.

In der "guten alten Zeit" hatte ich ein Team aus Spezialisten, die sich um die Fragen aus anderen Fächern gekümmert haben.  Diese machen zur Zeit eine "Winterpause". Aber im Frühling  weht ein frischer Wind, und dann wird alles wieder einmal anders.  Wie genau die Foren neu strukturiert werden, und welche Features dazu kommen werden,  ist noch nicht genau entschieden. Aber ich freue mich schon darauf, dass alles noch besser wird.

Auf den Gesundheitsseiten gibt es ständig Neues und Informatives. Einfach mal reinschauen!
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Montag, 17. dezember 2007
... muss ich als Ärztin hin und wieder sein.

Letzte Woche stürmte eine "mittelalterliche" Frau wier üblich an die Rezeption, um in Eile ein paar Überweisungen abzuholen. Mein Kollege, an den sie sich sonst wandte, war nicht da. Ich schaute in die Kartekarte und stellte fest, dass sie seit 2 Jahren ständig alle möglichen Überweisungen holte, sich aber nie untersuchen ließ. Heute wollte sie auch noch ein Medikament gegen Rückenschmerzen.

Ich bat sie ins Sprechzimmer und erklärte ihr, dass wir keine "Überweisungs- Kasperle" seien, sondern im Rahmen ihres Barmer- Hausarztvertrages auch verpflichtet seien, sie zumindest alle 2 Jahre zu untersuchen. Auch woltle ich mir ihren Rücken ansehen, da sie einen Rezeptwunsch hatte, und wissen, mit  welchen Gründen sie all die Fachärzte aufsuchte.

Angewidert zischte sie mich an: Sie sei alt genug, um selber zu entscheiden, wann sie eine Untersuchung haben müsse und wann nicht. Sie hätte es nicht nötig, sich hier bedrängen zu lassen, schließlich sei sie gesund. Ich sollte ihr nun zügig Rezept und Überweisung geben und sie in Ruhe lassen.

Ich schluckte, riss mich zusammen und blieb höflich. Als "betreuende Hausärzte" läge es in unserer Pflicht, Befunde zu erheben, wenn über Schmerzen geklagt würde., sagte ich freundlich. Auch wäre ein regelmäßiger Check Up sinnvoll, um später lästige Krankheiten zu verhüten. Ihre Antwort ist nicht zitierfähig. Unter einem hässlichen Wortschwall verließ sie Sprechzimmer und Praxis, nicht ohne heftigst mit den Türen zu knallen. Dabei hatte ich ihr sogar eine weitere Überweisung zum Orthopäden ausgestellt, damit der sie angemessen untersuche und behandle.

Taja... Wenn 2008 die Kopfpauschalen kommen, wäre diese Patientin ideal! Für die Pauschale müsste ich nur ein paar Zettel ausfüllen, und die Betreuung würden die Fachärzte übernehmen. Für meinen eigenen Anspruch aber möchte ich auf diese Patientin verzichten. Solche Typen sind Schuld daran, dass die Fachärzte überfüllt sind mit Patienten, die eigentlich gar nicht so krank sind, und keine Zeit für jene haben, die wirklich einen Spezialisten brauchen. Ich werde der Barmer mitteilen, dass diese "Dame" einen anderen Hausarzt brauchen wird.

Solche hässlichen Begegnungen muss man schnell vergessen, sonst gefriert einem das Lächeln für den "Nächsten" zu einer Maske!
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Samstag, 15. dezember 2007
Eine Untersuchung der Universität Pittsburgh hat Erstaunliches zu Tage gebracht:  Kinder von Frauen mit relativ schlanken Taillen  sind im Schnitt nicht so klug wie der Nachwuchs von weniger schlanken Frauen. (New Scientist 2007 No 2629, 21).

Der Versuch einer  Erklärung: Durch den  üppigen Hüftspeck stehen  dem Embryo reichlich ungesättigte Fettsäuren zur Verfügung, die für die Entwicklung des Gehirnes besonders wichtig sind.

Ausnahmen bestätigen gewiss die Regel. Aber sollte dies nicht ein  weiterer Anlass sein,  sich vom weiblichen  Schönheitsmodell "Hungerhaken" abzuwenden???






von Dr. Frauke Höllering
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Freitag, 14. dezember 2007
Die Nachricht erschüttert: im Umkreis von Kernkraftanlagen ist die Zahl kindlicher Leukämien deutlich erhöht. bei Krümmel hat man es schon vermutet, jetzt hat ein eneue Studie (KiKK)  den Verdacht bestätigt. Auch aus anderen Ländern meldet man Ähnliches, z. B. aus Sellafield (GB), La Hague (F) und Dounreay (SC).  US- Wissenschaftler haben jetzt in einer Metaanalyse viele Studien zusammengefasst. Das Ergebnis: Die Gefahr, an Leukämie zu erkranken, ist bei Kindern bis zu 9 Jahren in der Nähe von Nuklearanlagen um 21 bis 25 % erhöht, ihr Mortalitätsrisiko steigt um 5 bis 6 %. (Dt. Ärzteblatt Nr 50 von heute, S. 3462).

Das Verwirrende: Die natürliche radioaktive Strahlung in Deutschland beträgt im Schnitt ca. 1,4 mSv.  In der Nähe deutscher Kraftwerke ist sie um den Faktor 1000 bis 100.000 niedriger (im der "gesunden Gebirgsluft" ist sie z. B. um ein Vielfaches höher).

Nicht nur ich frage mich, warum dennoch diese armen Kinder in der Umgebung von Kernkraftwerken so gefährdet sind; wenn es die Radioaktivität nicht ist, was ist es dann? Vielleicht die starken elektromagnetischen Felder der umgebenden Hochspannungsleitungen?

Es sind noch viele Untersuchungen nötig. Bis zur Aufklärung sollte man in mindestens 5, besser 10 km Abstand von einem Atomkraftwerk leben.




von Dr. Frauke Höllering
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Donnerstag, 13. dezember 2007
Jetzt ist der Impfstoff schon wieder knapp geworden, aber keine Sorge: Die echte Virusgrippe  taucht meistens erst im Frühling in Deutschland auf, so dass es völlig ausreicht, sich im Januar noch impfen zu lassen. Erfahrungsgemäß steht dann auch wieder ausreichend Impfserum zur Verfügung.

Viele  Leute verwechseln die Virusgrippe (Influenza) mit einem "grippalen Infekt". Husten, Schnupfen, Halsweh und 38,2  "Fieber" haben nichts mit Influenza zu tun! Diese Infekte sind lästig, aber harmlos, und werden durch ganz andere Viren ausgelöst. Weder schützt die Grippeimpfung davor, noch kann sie solche  Krankheiten auslösen.

Die Influenza ist gefährlich und tötet ca zehn- bis fünfzehntausend Menschen in Deutschland jährlich. Typisch für sie ist ein schweres Krankheitsgefühl, dass quasi von einer Stunde zur nächsten auftaucht, mit starken Kopf- , Hals- und Gliederschmerzen, hohem Fieber (oft über 40 Grad) und trockenem Husten. Wer durch Alter oder chronische Erkrankung geschwächt ist, ist hoch gefährdet. Aber auch junge Menschen können nachhaltige Schäden erleiden: Ein chronisches Müdigkeitssyndrom oder eine Herzmuskelentzündung ist gar nicht so selten nach einer Grippe.

Die Impfung ist gut verträglich. Natürlich kann man, wenn man Pech hat, einen etwas schmerzenden Arm oder ein leichtes Krankheitsgefühl einen Tag danach bekommen, aber das ist selten. Wer sagt, dass er nach derm Impfung "erst richtig krank mit Schnupfen etc" wurde, der schiebt das zu Unrecht auf die Impfung. Weil wir diese in Herbst und Winter durchführen, erkranken natürlich auch Geimpfte (wie viele Nicht- Geimpfte) am  banalen "grippalen Infekt"... Rein zufällig im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung.

Ob man sich als jüngerer Mensch impfen lassen will, muss man individuell entscheiden. Klug ist es, wenn man z. B. als Verkäuferin oder Busfahrer mit vielen Menschen zu tun hat. Wer über 60 ist, sollte sich auf alle Fälle impfen lassen!




von Dr. Frauke Höllering
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Mittwoch, 12. dezember 2007
Gestern beschwerte sich ein Patient, er habe ein anderes Präparat bekommen als jenes, das ich aufgeschrieben hatte. Von den Rabattverträgen, die dafür ursächlich sind, hatte er noch nie etws gehört.T

Dabei hat auch seine Krankenkasse solche Verträge abgeschlossen: Große Generikafirmen (z. BB. Hexal, Stada oder ratiopharm), aber auch kleine (z. B. Coraxpharm, kannte ich gar nicht!) haben versprochen, Arzneimittel besonders billig herzugeben. Dafür wird, wenn der Arzt ein Präparat einer anderen Firma verschreibt, dieses nicht herausgegeben.... Es sei denn, der Arzt hat auf dem Rezept ein spezielles Kreuzchen gesetzt.

Der Arzt kann also wählen: Entweder setzt er fleißig Kreuzchen,dann erhält der Patient genau das, was auf dem Rezept steht, muss aber evtl. warten, bis es bestellt und geliefert wurde. Oder er verzichtet auf die Kreuzchen, und weiß dann aber nicht, von welcher Firma der Patient sein Penicillin oder seine Blutdrucktablette bekommt.

Egal? Nein! Denn die Pillen der verschiedenen Firmen sehen unterscheidlich aus. das stiftet reichlich Verwirrung nicht nur unter alten Leuten, wenn die Herztablette erst weiß und dann gelb ist, erst rund und dann oval, je nachdem, mit welcher Firma die Kasse gerade einen Rabattvertrag geschlossen hat.

Hier geht mal wieder ein Stück Therapiefreiheit für uns Ärzte dahin... Dafür dürfen die Apotheker und wir zeitaufwändig erklären, was es nun mit den verschiedenen Pillenfarben und -formen auf sich hat. Dieser junge Mann schüttelt nur den Kopf, wenn er statt Euthyrox ° L- Thyroxin° bekommt. Ältere Patienten mögen so verwirrt werden, dass sie sich entschließen, lieber gar nichts zu nehmen. Ob das die beste Lösung ist?

von Dr. Frauke Höllering
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Profil

  • : Dr. Frauke Höllering
  • medizin
  • : weiblich
  • : 9/11/1958
  • : Ich habe eine Gemeinschaftspraxis in einer sauerländischen Kleinstadt, in der ich wirklich gerne arbeite. Das aber nur in der Hälfte meiner Zeit. In der anderen Hälfte schreibe ich (z. B. in der "Neuen Welt" oder bei Focus online).

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