Donnerstag, 3. januar 2008
Am Anfang des Quartales macht es noch Spaß, mit Pauschalen zu arbeiten: Für jeden, der auch nur einen Überweisungsschein abholt, können wir Hausärzte eine Pauschale von ca 30 € im
Quartal abrechnen. Kommen die Patienten noch ein oder zweimal wieder, ist das gar kein Problem; dafür reicht die Pauschale. Was machen wir nur, wenn die Patienten jede Woche mindestens einmal
aufkreuzen? Sagen wir ihnen: "Bring doch mal einen gesunden Enkel mit, damit wir Sie mit dessen Pauschale weiterhin angemessen behandeln können"? Hmmmm... Wäre eine Lösung, überzeugt mich aber
nicht.
Wer chronisch krank ist, bringt beim 2. Arztbesuch noch einen "Chronikerzuschlag mit", der ca 17 € beträgt. Wow!! Dann haben wir ja insgesamt fast 13 € für die medizinische Versorgung dieses Menschen pro Monat! Aber nur, wenn der Patient auch in den letzten Quartalen regelmäßig ärztliche Hilfe gebraucht hat. Ist die chronische Erkrankung neu aufgetreten (z. B. ein Diabetes), also besonders beratungsintensiv, gibt es den Zuschlag nicht. Ist noch nicht lange genug chronisch.
Man kann es wenden, wie man will: Chronisch kranke, multimorbide, gebrechliche oder beratungsintensive Patienten kann sich nur der Hausarzt leisten, der viele Patienten hat, die nur einmal im Quartal kurz hereinschneien. Mit deren unausgenutzter Pauschale kann man die anderen unterstützen. Hausärzte, die mit ihren Patienten alt geworden sind, haben es da schwer. Sie werden aufhören, sobald sie können, um nicht für einen Appel und ein Ei zu arbeiten. Das ist bedenklich, weil z. B. in NRW innerhalb der nächsten 10 Jahren schon 30 bis 40% der Hausärzte regulär in den Ruhestand gehen. Stirbt der "Treppenterrier" aus?
Wer chronisch krank ist, bringt beim 2. Arztbesuch noch einen "Chronikerzuschlag mit", der ca 17 € beträgt. Wow!! Dann haben wir ja insgesamt fast 13 € für die medizinische Versorgung dieses Menschen pro Monat! Aber nur, wenn der Patient auch in den letzten Quartalen regelmäßig ärztliche Hilfe gebraucht hat. Ist die chronische Erkrankung neu aufgetreten (z. B. ein Diabetes), also besonders beratungsintensiv, gibt es den Zuschlag nicht. Ist noch nicht lange genug chronisch.
Man kann es wenden, wie man will: Chronisch kranke, multimorbide, gebrechliche oder beratungsintensive Patienten kann sich nur der Hausarzt leisten, der viele Patienten hat, die nur einmal im Quartal kurz hereinschneien. Mit deren unausgenutzter Pauschale kann man die anderen unterstützen. Hausärzte, die mit ihren Patienten alt geworden sind, haben es da schwer. Sie werden aufhören, sobald sie können, um nicht für einen Appel und ein Ei zu arbeiten. Das ist bedenklich, weil z. B. in NRW innerhalb der nächsten 10 Jahren schon 30 bis 40% der Hausärzte regulär in den Ruhestand gehen. Stirbt der "Treppenterrier" aus?
von Dr. Frauke Höllering
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Gesundheit
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